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STIFTSKIRCHE ST. GOAR - info

Hans Meijer

Herkunft und Jugend von Susanna Maria Knöpffel - Sankt Goar

Um die Welt zu verstehen, in der Susanna Maria Knöpfel im Jahr 1706 aufwuchs, müssen wir einen Blick auf das Leben und Wirken ihres Vaters werfen: Johann Konrad Knöpfel (1662–ca. 1720). Als Sohn eines protestantischen Pfarrers wurden Johann Konrad ein scharfer Verstand und ein solides Netzwerk in die Wiege gelegt. Im Jahr 1680 schrieb er sich an der Universität Marburg ein, dem intellektuellen und theologischen Herzen des protestantischen Hessens. Mit diesem akademischen Hintergrund im Gepäck ließ er sich in der strategisch wichtigen Rheinstadt St. Goar nieder. Hier baute er eine beeindruckende Karriere auf, die ihn zu einem der einflussreichsten Bürger der Region machen sollte.

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Conrad Knöpfels, Metropolitani zu Milsungen 1651



Eine protestantische Schlüsselfigur unter katholischen Herren

Die politische und religiöse Situation, in der Johann Konrad agieren musste, war äußerst komplex. St. Goar und die darüber thronende, riesige Burg Rheinfels waren im Grunde protestantisches Gebiet. Doch durch eine Erbschaft innerhalb des Fürstenhauses Hessen fiel die faktische Macht im Jahr 1693 an eine streng katholische Seitenlinie: das Haus Hessen-Wanfried. Zuerst unter Landgraf Karl (1693–1711) und ab 1711 unter dessen frommem Sohn Landgraf Wilhelm II. regierten katholische Fürsten über eine fast vollständig protestantische Bevölkerung.
Obwohl dies auf dem Papier wie ein Rezept für einen Glaubenskrieg wirkte, war die Praxis überraschend pragmatisch. Dank alter Verträge (wie dem
Regensburger Rezeß) waren die Rechte und Besitztümer der Protestanten gesetzlich geschützt. Die katholischen Landgrafen durften ihren Glauben in der Schlosskapelle auf der Burg und in einer neuen Kirche außerhalb der Stadtmauern ausüben, mussten die protestantischen Bürger jedoch in Frieden lassen. Um die Region stabil zu halten und die Steuereinnahmen zu sichern, benötigten die katholischen Landgrafen zuverlässige protestantische Verwalter, die das Vertrauen des Volkes genossen. Johann Konrad Knöpfel was der perfekte Mann am perfekten Ort.



Die Doppelrolle: Kirchliche Finanzen und militärische Logistik

Johann Konrad bekleidete in St. Goar eine entscheidende Doppelrolle. Zum einen war er der Stift-Kellner (Stiftsverwalter) der protestantischen Stiftskirche. In dieser einflussreichen Position verwaltete er die Administration, die ausgedehnten Ländereien und die Steuereinnahmen des protestantischen Stiftskapitels. Dass ein katholischer Landgraf wie Wilhelm II. die Kontrolle über diese wichtige protestantische Geldquelle vollständig Knöpfel überließ, beweist, wie sehr dessen Integrität und geschäftliche Fachkompetenz geschätzt wurden.
Seine zweite Funktion brachte eine noch größere Verantwortung mit sich: Johann Konrad war zugleich der
Proviant-Commissair (Proviantkommissar) der Burg Rheinfels. Rheinfels war zu dieser Zeit eine der mächtigsten und bedeutendsten militärischen Festungen am Rhein, gebaut, um der ständigen Bedrohung durch französische Invasionen standzuhalten. Als Proviantkommissar war Knöpfel für die gewaltige logistische Operation innerhalb der Festung verantwortlich. Er sorgte dafür, dass die militärischen Vorräte – von Getreide, Fleisch und Bier bis hin zu Munition und Schießpulver – stets so aufgefüllt waren, dass sie einer monatelangen Belagerung standhalten konnten. In einer Zeit ständiger Kriegsgefahr war dies eine absolute Vertrauensstellung. Landgraf Wilhelm II. wusste, dass der Erhalt seiner strategischen Festung und burcht buchstäblich von der logistischen Präzision seines protestantischen Kommissars abhing.

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KNOPPFFEL
Hessisches Landesarchiv complete files

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Consistorial-Sachen Nr. 148 C.
Original-Instruktion für den Stiftskellner Knöpfel zu St. Goar (1701–1702).

1701–02.
(Archiefstempel/nota: Staatsarchiv Marburg, Best. 40a Rubr. 4 Nr. 5143)

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Wir, von Gottes Gnaden, Karl, Landgraf zu Hessen, Fürst zu Hersfeld, Graf zu Katzenelnbogen, Diez, Ziegenhain, Nidda und Schaumburg, geben hiermit bekannt:
Auf fürstlichen Befehl haben unsere Verordneten des Consistoriums (Kanzler, Vizekanzler und Räte) Johann Conrad Knöpfel beim Stift St. Goar aufgenommen und angestellt. Hiermit übertragen wir ihm kraft dieses Briefes das Amt des Stiftskellners. Er verpflichtet sich, dem durchlauchtigsten Fürsten und Herrn Karl getreu, gehorsam und dienstbar zu sein.


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Er muss Schaden vom Fürsten abwenden, Gefahren melden und alle Einnahmen des Stifts (ob in Geld, Wein, Getreide oder anderen Abgaben) ordnungsgemäß und pünktlich einfordern, registrieren und abrechnen. Er ist verpflichtet, jährlich Rechenschaft über die Stiftsrechnung abzulegen.



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Zudem hat er die Gebäude des Stifts in gutem Zustand zu erhalten, Mängel oder Schäden rechtzeitig zu melden und zu reparieren. Er darf nicht zulassen, dass Rechte oder Einkünfte des Stifts verloren gehen oder missbraucht werden. Dies hat er mit einem leiblichen Eid und einem Reversbrief (Schuldschein) bekräftigt.


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Für seine Dienste erhält er jährlich aus den Einnahmen des Stifts folgende Vergütung:

  • Geld: 5 Reichstaler

  • Getreide: 6 Malter Korn, 3 Malter Gerste, 1 Sommer Erbsen

  • Naturalien: Wein (in gleicher Menge wie der Schulmeister), Brot für den Eigenbedarf, Wachs, Kohlen und Holzdeputat.

Diese Einnahmen hat er wie üblich mit dem Superintendenten und den Inspektoren zu teilen.
Ausgestellt zu Kassel, am 1. Januar 1701, unter dem Siegel des Consistoriums.


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Nachtrag (Reskript vom 31. Juli 1702):
Der Landgraf verordnet, dass Johann Conrad Knöpfel denselben Gehalt erhält wie sein Vorgänger Johann Peter Treiber. Zusätzlich werden ihm laut früheren Reskripten (von 1678 und 1679) weitere Naturalien gewährt: 3 Sechster Malter Korn, 3 Malter Weizen (als Ersatz für den Pfrundenwein) sowie Entschädigungen für Geflügel (Hühner/Gänse) und Rheinschifffahrtsabgaben im Wert von 20 Reichstalern und 3 Albus.


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Dem jetzigen Stiftskellner sind die erwähnten 3 Sechster-Malter Korn und 3 Malter Gerste (als Ersatz für den Pfrundenwein) nebst einem Fuder Korn (oder dessen Bezahlung) sowie die 20 Reichstaler für das Schifffahrtsrecht rückwirkend ab Januar des vergangenen Jahres 1701 einzuräumen, auszuzahlen und anzuerkennen.
Urkundlich dessen wurde dieser Brief unter dem Siegel des fürstlichen Consistoriums ausgefertigt.
Kassel, den 4. Juli 1702.


Stabilität in einer angesehenen Familie

Während Johann Konrad täglich zwischen den Interessen der protestantischen Bürgerschaft unten in der Stadt und dem katholischen Hof oben auf der Burg navigierte, baute er sein eigenes Familienleben auf. Am 29. April 1695 heiratete er in der Stiftskirche Regina Magdalena Dirx (eine Tochter aus einem soliden, lokal-regionalen protestantischen Milieu).
In dieser wohlhabenden, hochgebildeten und angesehenen Familie des Stiftkellners wurde am 11. September 1706 ihre Tochter Susanna Maria Knöpfel getauft. Sie wuchs in einer Welt auf, in der Kultur, religiöse Toleranz, administrative Verantwortung und Musik Hand in Hand gingen. Es war genau diese intellektuelle, protestantische Erziehung im Schatten der Burg Rheinfels, die den Grundstein für ihr späteres Leben und ihre Heirat im Jahr 1733 mit dem begabten Pfarrerssohn und Cembalobauer Johann Daniel Dulcken legte.





Conrad Knöpfel, 1662 in Wolfershausen geboren, schrieb sich 1680 an der Universität Marburg ein und wurde Proviantkommissar in der hessischen Festung Rheinfels bei St. Goar.
Conrad Knöpfel heiratete am 29. April 1695 Regina Magdalena Dirx. Conrad Knöpfel starb vor 1721.

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Den 7. April. sind zum ersten mal proclamirt worden, Herr Jo- han Conrad Knöpfel, Proviant=Meister, Herrn Conrad Knöpfels, Metropolitani zu Milsungen, ehelicher Sohn; und Jgfr. Regina Magdalena, Herrn Dieterich Diepers, Rath= gängers eheleibliche Tochter. Den 29. April. copulati. Den 16. Jun. sind zum ersten mal proclamirt.

Am 7. April wurden zum ersten Mal aufgeboten: Herr Johan Conrad Knöpfel, Proviantmeister, ehelicher Sohn des Herrn Conrad Knöpfel, Metropolitan (Hauptpastor/Superintendent) zu Melsungen; und Jungfer Regina Magdalena, eheliche Tochter des Herrn Dieterich Dieper, Ratsherr. Am 29. April wurden sie getraut.


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Taufeintrag Susanna Maria Knöpfel - transcriptie Dr. Johannes Burkardt
Complete

Den 11 t[en] [Novem]bris wurde Don[n]erstag Nachmittags zwisch[en] 12 u[nd] 1 Uhren
nach gehaltener
Beth=Stunde in öffentl[icher] Versam[m]lung getaufft Susanna Maria,
H[errn] Johann Conrad Knöpffels, Proviant-Com[m]issarii u[nd] Stiffts=
Kellners allhier Töchterlein. Gevattern waren Herr Oswald
Wollff, Nachgänger am hiesigen Hoch=Fürstl[ichen] Gesam[m]t-Rhein=
Zoll, u[nd] Fr[au] Maria Barbara, H[errn] Samuel Kellers, Stadt=
Lieutenants allhier ehel[iche] Hauß-Frau, wie auch H[errn] Pfarrers Geissel
Fr[au] Eheliebste von Wollroda
des H[errn] Vatters Schwester.*
* Die letzten 12 Wörter mit blasserer Tinte später nachgetragen.



Historische Rekonstruktion: Lebensumfeld und gesellschaftliche Transition von Susanna Knöpffel


Einleitung

Die Jugend von Susanna Knöpffel spielte sich innerhalb des administrativen und religiösen Kerns von Sankt Goar ab. Ihr Vater, Johann Conrad Knöpffel, bekleidde zwei einflussreiche Regierungsämter:
Stift-Kellner (Hauptverwalter) des Stifts und Proviant-Commissair auf der Burg Rheinfels. Hierdurch gehörte die Familie zur lokalen herrschenden Elite.



Wohnraum und die Stiftskellerei

Als Hauptverwalter war ihr Vater für die Steuereinnahmen, Pachterträge und Immobilien der Kirche verantwortlich. Die offizielle Dienstwohnung und das Büro (die
Stiftskellerei) befanden sich direkt auf dem Komplex. Historische Karten zeigen, dass die Familie in den direkt an die Kirche grenzenden Gebäuden wohnte, die als Clofter (Kloster) oder Aptey (Abtei) bezeichnet wurden. Dies war kein ruhiges Privatumfeld, sondern ein funktionales Verwaltungszentrum. Es gab einen ständigen Strom von Bauern, Händlern und Beamten, die ihre Naturalsteuern (wie Wein und Getreide) ablieferten.



Logistik und Infrastruktur rund um das Haus

Das tägliche Leben der Familie wurde logistisch durch die umliegende Infrastruktur bestimmt. An der Nordseite bildete die
Obere-Straße die wichtigste Verkehrsader durch die Stadt für Transporte und Reisende. Die Heiligen Gasse an der Westseite begrenzte den Klosterkomplex und bot einen direkten, ruhigeren Weg zum Markt und dem Rathhauss (Rathaus) in der Unterstadt. Die Wacher (der Stadtbach) floss direkt an der Abtei vorbei und diente der Wasserversorgung und Entwässerung des Komplexes.



Religiöse und gesellschaftliche Verpflichtungen

Die
Grose Kirch. (die protestantische Evangelische Stiftskirche) stand im Mittelpunkt des öffentlichen Lebens der Familie. Aufgrund des hohen gesellschaftlichen Status des Vaters hatte die Familie einen festen, angesehenen Platz im Kirchenschiff. Sie nahmen an allen offiziellen protestantischen Gottesdiensten und Zeremonien teil. Der wöchentliche Kirchgang prägte Susannas soziale Kontakte innerhalb des gehobenen Bürgertums von Sankt Goar.



Die Beziehung zur Burg Rheinfels

Obwohl die administrative Basis der Familie in der Unterstadt lag, gab es eine direkte funktionelle Verbindung zur militärischen Führung. Die
Alte Burg und die höher gelegene Festung Rheinfels waren die Orte, an denen ihr Vater die militärischen Vorräte verwaltete. Dies bedeutete, dass die Familie Knöpffel enge Beziehungen sowohl zu den kirchlichen als auch zu den militärischen Behörden der Landgrafschaft Hessen-Kassel unterhielt. In diesem streng organisierten administrativen Netzwerk wuchs Susanna auf.



Soziopolitische Veränderungen und die Transition nach dem Tod von Johann Conrad Knöpffel

Die familiäre Situation erfuhr nach dem Tod des Familienoberhaupts Johann Conrad Knöpffel vor dem Jahr 1721 eine tiefgreifende Zäsur. Sein Ableben hinterließ nicht nur ein persönliches Vakuum, sondern bedeutete höchstwahrscheinlich auch den Verlust der offiziellen Dienstwohnung innerhalb des administrativen Klosterkomplexes.
Dieser familiäre Umbruch fiel zudem mit größeren geopolitischen und religiösen Spannungen in der Region zusammen. Obwohl Sankt Goar traditionell eine protestantisch-reformierte Enklave war, geriet die lokale Verwaltung durch den Amtsantritt der katholischen Landesherrschaft innerhalb des Hauses Hessen-Rheinfels-Rotenburg unter zunehmenden Druck. Dieser zentralisierende und gegenreformatorische Einfluss gipfelte in tiefgreifenden administrativen Reformen, die bis zum Jahr 1731 und darüber hinaus andauerten. Der Verlust ihres Protektors, in Kombination mit diesem vordringenden katholischen Einfluss auf die Verwaltung der Kirchengüter, veranderte die gesellschaftliche Stellung der protestantischen Elite vor Ort einschneidend. Dieser verstärkte sozioreligiöse Druck bildet einen entscheidenden Kontext für die Heirat der Tochter Susanna Maria Knöpffel im Jahr 1733 in eben dieser
Grose Kirch. mit dem Cembalobauer Joannes Daniël Dulcken und ihren anschließenden Wegzug aus Sankt Goar.




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Heirat in verbotener Zeit: Die hastige Adventshochzeit des Cembalobauers Johannes Daniel Dulcken unter der Burg Rheinfels

SANKT GOAR
– Am 17. Dezember 1733 erklangen in der Stiftskirche von Sankt Goar die Ehegelübde des jungen, talentierten Cembalobauers Johannes Daniel Dulcken und seiner Braut Susanne Maria Knöpfel. Es war ein kalter Wintertag mitten im Advent. Dass an diesem Tag überhaupt geheiratet wurde, war eine absolute Seltenheit und ein Act reiner Notwendigkeit. Die protestantische Kirche weigerte sich damals strikt, Trauungen während des Tempore Vetito – der verbotenen Zeit der vorweihnachtlichen Besinnung – durchzuführen. Doch das junge Paar hatte keine Zeit zu verlieren. Hoch über der Kirche thronte ihre einstige Heimat, die mächtige Burg Rheinfels, die ihnen kurz zuvor von einem katholischen Besatzer gewaltsam entrissen worden war.


Eine gestohlene Jugend auf einer protestantischen Festung

Um den immensen Druck hinter dieser eiligen Hochzeit zu verstehen, muss man einen Blick auf die Geschichte der Burg und die Jugend der Braut werfen. Susanne Maria Knöpfel wurde 1706 auf der Burg Rheinfels geboren. In jenen Tagen war diese kolossale Festung am Rhein ein unerschütterliches protestantisches Bollwerk. Seit der Reformation im Jahr 1528 führte die calvinistische Hauptlinie der Landgrafschaft Hessen-Kassel dort stolz das Regiment.
Susannes Vater, Johann Conrad Knöpfel, war als
Proviant-Commissair und Stift-Kellner der höchste protestantische Verwalter der Festungsvorräte. Susanne wuchs in der sicheren, privilegierten Abgeschiedenheit dieser protestantischen Garnisonsstadt auf.
Diese protestantische Idylle fand jedoch ein abruptes Ende, als ihr Vater vor 1721 verstarb und die Burg kurz darauf durch einen erbitterten adligen Erbfolgestreit an die katholische Seitenlinie
Hessen-Wanfriedfiel. Als der fromme katholische Landgraf Christian von Hessen-Wanfried-Rheinfels 1731 mit seinen Truppen in die Burg einzog, verwandelte sich Susannes einstige Heimat plötzlich in eine feindliche, katholische Insel. Die protestantischen Beamten wurden vertrieben. Die Burg war den Knöpfel-Waisen buchstäblich geraubt worden.


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Das Haus in Wingeshausen, in dem Johannes Daniel Dulcken seine Kindheit verbrachte und in dem das Cembalo aus der obenstehenden Anzeige gebaut wurde.



"Ten Sterfhuyze van d'Heer Joseph de Jonghe, overleden Bailliu binnen de Stad van Dixmuyde, is er te koopen uyt'er hand eene zeer schoone Clavecine gemaekt door J. D. DULCKEN in het jaer 1723, lang acht voeten, bestaende in dry Registers, te weten: twee Unisons, ende eene Octave; zynde van onder tot boven zeer sterk ende aengenaem, het Clawier is van vyf volle Octaven, beginnende van onder met Fa, ende eyndigende boven met den zelven Toon, het Clawier is ook konstig ende kostelyk, de platte Тооnеn zwart, ende de Deesen met de Bemols wit, de Kasse, gereserveert de Tafel om de resonnantie niet te beletten, zeer schoon geschilderd ende verguld, met eene Schilderye in het Deksel om de Tafel te conserveren voor alle nattigheyd. Item aldaer noch te koopen een goed en wel geconditioneerd Orgelken, zeer bequaem om in eene kleyne Kerke, ofte in een Concert. Die пае de zelve twee musicale Instrumenten gadinge hebben, konnen hun adresseren aen d'Heer Antbone Peellaert, Oud-Schepenen tot het voorzeyd Dixmuyde." Gazette van Gend, Waerschouwingen, 31/01/1771

„Im Nachlass des Herrn Joseph de Jonghe, verstorbener Vogt der Stadt Dixmuyde, steht ein sehr schönes Cembalo zum Verkauf, das im Jahr 1723 von J. D. DULCKEN gefertigt wurde, acht Fuß lang ist und aus drei Registern besteht, nämlich: zwei Unisonen und einer Oktave; die von unten bis oben sehr kräftig und angenehm klingen; die Tastatur umfasst fünf volle Oktaven, beginnend unten mit F und endend oben mit demselben Ton; das Tastenfeld ist zudem kunstvoll und kostbar gestaltet, die Naturtöne sind schwarz und die Halbtöne weiß; der Korpus, mit Ausnahme der Decke, um die Resonanz nicht zu beeinträchtigen, ist sehr schön bemalt und vergoldet, mit einem Gemälde im Deckel, um die Decke vor Feuchtigkeit zu schützen. Außerdem ist dort noch eine gute und gut erhaltene kleine Orgel zu kaufen, die sich sehr gut für eine kleine Kirche oder für ein Konzert eignet. Wer an diesen beiden Musikinstrumenten Interesse hat, kann sich an Herrn Antbone Peellaert, ehemaliger Stadtrat von Dixmuyde, wenden.“ Gazette von Gent, Anzeigen, 31.01.1771

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Mannus Riedesel (1662–1726) The vicarage at Riedesel; on the left, the Radebach photographer Grobbel Fredeburg, 1913, and the photographer Albert Ludorff, 1894



Die Flucht im Tempore Vetito

Als Susanne 1733 die Liebe des protestantischen Cembalobauers Johannes Daniel Dulcken (Sohn eines Pfarrers) gewann, war die Lage im Rheintal unhaltbar geworden. Mit einem katholischen Landgrafen auf der Burg, der die protestantische Stadt Sankt Goar bedrängte, und der ständigen Bedrohung durch herannahende französische Truppen, herrschte akute Panik.
Bis zum Frühjahr zu warten, war keine Option, doch der Kalender sprach gegen sie. Seit dem Mittelalter galt in der Kirche das
Tempore Vetito (die „verbotene Zeit“). Da der Advent ursprünglich als eine Phase strenger geistlicher Einkehr und des Fastens galt, waren laute Feierlichkeiten und Hochzeiten gesetzlich strengstens untersagt. Auch die protestantischen Kirchen hielten nach der Reformation an dieser strikten Ruhezeit fest.
Das Paar beantragte – und erhielt aufgrund der Krise – eine seltene kirchliche Dispensation (Ausnahmegenehmigung), um diese zwingenden Gesetze zu umgehen. Das Aufgebot wurde verkürzt, und sie gaben sich hastig das Ja-Wort.



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Heiratseintrag Johann Daniel Dülcken und Susanna Maria Knüpfelin transcriptie Dr. Johannes Burkardt
Compleet

17. [Decem]ber * Sindt H[er]r Johann Daniel Dülcken, Kauff- u[nd] Handels=mann,
H[errn] Pfarrers Dül=
ckens zu Winches=hausen (sic!) in der Graffschafft Berlenburg
Ehel[icher] Sohn, u[nd] J[ung]fer
Susanna Maria Knüpfelin, des weyland H[errn] Johann Conrad Knüpfels
gewesenen
proviant=Com[m]issarii u[nd] Stiffts=Kellers allhie,
nachgelasene Ehel[iche]
Tochter,
copuliret u[nd] den 23 t[en] augusti hui[us] anni zum
I stenmal p[ro]clamiret word[en].


* Darunter Eintrag mit blasserer Tinte, aber von gleicher Hand: „16. hui[us] de infra. N[ota] B[ene].“



Während sie unten calvinistische Psalmen sangen, konnten sie oben auf der Rheinfels die katholischen Burgwachen patrouillieren sehen. Die Hochzeit war kein großes Fest, sondern eine strategische Flucht nach vorn.


Die Eskalation des Polnischen Thronfolgekrieges im Jahr 1734 machte das Rheintal zu einem unhaltbaren Kriegsschauplatz. Obwohl es der Landgrafschaft Hessen-Kassel gelang, die Kontrolle über die Burg Rheinfels zu konsolidieren, führten die französischen Truppenbewegungen unter dem Befehlshaber Kleinholz und der Fall der nahe gelegenen Festung Philippsburg zu ständiger militärischer Bedrohung und wirtschaftlicher Lähmung in St. Goar. Für ein frisch vermähltes Paar aus der Beamten- und Kaufmannselite bot dieses unsichere Grenzgebiet keine tragfähige Zukunftsperspektive. Ihre Wahl fiel daher auf Maastricht.



Maastricht


Als eine der wichtigsten und am besten befestigten Garnisonsstädte der Republik der Vereinigten Niederlande bot Maastricht den perfekten sicheren Hafen. Die Stadt lag strategisch außerhalb des unmittelbaren rheinischen Kriegsschauplatzes, war aber über die Maas hervorragend an die internationalen Handelswege angebunden. Um zu überleben, schlossen die Familien eine strategische „Kettenheirat“: Johannes Daniels älterer Bruder, Johan Christian Dülcken, heiratete Susannes Schwester Anna Christiana Knöpfel.

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Die Familien lebten Wand an Wand im Haus/Geschäft „Het Gulde Cruijs“ an der Munt und bildeten eine feste Front.
Trotz der doppelten Allianz und der Unterstützung durch unverheiratete Schwestern wie Regina Magdalena Knöpfel geriet Johannes Daniel in tiefe finanzielle Nöte. Die Situation eskalierte, als er sich im Laufe des Jahres 1737 eine astronomische Summe von 600 Gulden von der Witwe des Maastrichter Bürgermeisters Hesselt van Dinter lieh. Da seine Einnahmen in Maastricht nicht ausreichten, zog Johannes Daniel um die Jahreswende 1737/1738 nach Antwerpen, um dort sein Glück zu suchen.
Obwohl der Magistrat in Maastricht zunächst einen Verwalter für seinen Besitz bestellte, bewies Johannes Daniel in Antwerpen wahre Rechtschaffenheit. Seine exzellenten Instrumente verkauften sich hervorragend. Immer wieder erhalten sie
Briefe vom Konkursverwalter in Maastricht, und jedes Mal muss Daniël darauf antworten. Dies dauert bis Mitte 1740. Wie die Schulden beglichen wurden, ist unklar. Sein wiedergewonnener Erfolg wurde endgültig besiegelt, als er am 21. Januar 1746 drei nebeneinander liegende Häuser im Antwerpener Hopland kaufte, wo er seine weltberühmte Werkstatt errichtete und zu einem angesehenen Bürger der Stadt aufstieg.

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Antwerpen

Die Familie Dulcken schließt sich 1740 in Antwerpen einer kleinen reformierten Gemeinde, der Olijfberg, an, deren Pfarrer Johannes Diepelius ist. In dieser römisch-katholischen Umgebung bildet die Kirchengemeinde „eine Kirche unter dem Kreuz“ und wird geduldet, solange sie keinen Anstoß erregt. Das bedeutet, dass die kleine Gemeinde sich am Sonntagmorgen oft bei einem der Mitglieder zu Hause versammelt. In der Kirche wird Daniël 1744 von Pfarrer Diepelius zum Ältesten ernannt und übernimmt damit die Leitung des kirchlichen Geschehens, doch zwischen dem Pfarrer und Daniël läuft hes nicht rund. Am 26. Januar 1740 wird ihre Tochte Maria Sofia geboren, am 10. September 1742 ihr Sohn Joannes. Wahrscheinlich haben sie ihre Schulden schnell abbezahlt. Es gibt Hinweise darauf, dass dies mit Hilfe des Magistrats geschieht, der den Cembalobauer mit seinen einzigartigen Cembalos als Bereicherung für das Wirtschaftsleben in Antwerpen ansieht. Er wird 1742 Mitglied der St.-Lucas-Gilde und erhält das Bürgerrecht von Antwerpen. Seine Frau Susanne verkauft Glaswaren für eine Glasbläserei in Ykenvliet. (Advertentie 5 Meert 1756 & 14 Meert 1758) Im Jahr 1743 verkaufte er ein Cembalo an den Erzbischof von Cambrai in Frankreich. Am 21 jan.1746 ziehen sie nach Hopland. Später erwirbt er in derselben Straße drei Häuser. JJohannes Daniël Dulcken ist eine angesehene Persönlichkeit in Antwerpen. Die Werkstatt befindet sich in Hopland, unweit der Jodestraat, wo Ruckers einst tätig war.

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Zum Jahreswechsel 1749 reist er mit zwei Cembalos nach London und verkauft sie dort für 50 Sterling.
Verthoont reverentelijck Jan daniel Dulcken, ingesetenen deser stad hoe hij ten verleden jaer 1749 is afgevaren van Ostende naar Londen in Engeland bij zigh hebbende twee clavesimbels uit het maken van welcke hij sigh binnen dese Stadt is geneirende. Dat de vertoonder in geselschap met Walter Schot , woonende binnen deze Stadt van het voorseijt Ostende is afgevaren….. Dat de voorn. Walter Schot op 15 janry 1750 onder onden stick de voorl. twee stucken clavesingers van de verhoorder heeft gecoght voor de somme van vijfftigh pond sterlinghs. (A.S.A. PK 841, Rekwestboek 1750, folio 50 -55.)




Cembalos
Dulcken baute Cembalos mit einem oder zwei Manualen, die oft einen Umfang von fünf Oktaven und drei Register hatten: zwei 8'-Register und ein 4'-Register. Die Resonanzdecke verzierte er mit Blumen, und in die Rosette ritzte er seine Initialen ein. Etwa zehn Cembalos aus seiner Werkstatt sind erhalten geblieben. Daniel ist regelmäßig krank. Am 26. August 1751 msetzen Daniel und die kranke Susanne in ihrem Haus in Hopland ein Testament auf. Ihre Tochter Johanna Henriette erhält ein Diamantkreuz mit zwölf Steinen, Johannes Lodewijk bekommt ihren Ehering. Das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen wird dem Längstlebenden vermacht. Im Jahr 1752 erhält er die Nachricht , dass sein Vater verstorben ist. Am 23. Mai 1756 heiratete ihr ältester Sohn Johannes Lodewijk in Amsterdam Catharina Koning, wo er in einer Werkstatt in der Nähe des Kathuysers Kerkhof Cembalos baute und verkaufte. Am 23. Februar 1757 ließ der kranke Daniël seinem Testament einen Anhang hinzufügen, in dem festgelegt wurde, dass er nach seinem Tod die für den Bau von Cembalos und Orgeln erforderlichen Werkzeuge und Instrumente nicht dem Längstlebenden, sondern seinem Sohn Joannes Dulcken vermachen würde. Joannes muss für den Unterhalt seiner jüngsten Schwester Joanna Elisabeth (3. Februar 1747) sorgen. Zwei Wochen später, am Ostermontag, dem 11. April, stirbt Daniël; Joannes ist zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt. Daniël wird auf dem Friedhof von Putte beigesetzt.

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Joannes Daniel Dulcken 1745 - Kunsthistorisches Museum Wien, Sammlung alter Musikinstrumente, 726

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Carolus Bigée: Schilder van syne Conste

MIM – Brussels: Johannes Daniel Dulcken harpsichord with painting by Carolus Bigée
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Herman Saftleven-Bigee

🇩🇪 Das Geheimnis hinter dem Cembalodeckel: Von Herman Saftlevens Rheinreisen zur Dulcken-Dynastie


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Brüssel

Die Witwe Dulcken und ihr Sohn Joannes führten das Unternehmen weiter, doch in Antwerpen liefen die Geschäfte schlecht. Suzanne verkaufte außerdem Glaswaren. In April 1763 beschlossen sie, nach Brüssel zu ziehen. Dort werden bereits Instrumente verkauft, doch der Transport dorthin ist kostspielig und zeitaufwendig. Die Witwe Dulcken fragt den Magistrat von Brüssel, ob sie in Brüssel dieselben Rechte wie in Antwerpen erhalten könne: das Bürgerrecht und die Befreiung von vier Steuern. Sie erhält eine ablehnende Antwort. Brüssel kennt diese Privilegien nicht und will keine Ausnahme für jemanden von außerhalb machen, auch wenn diese behauptet, einzigartige Instrumente herzustellen. Zudem bezweifeln sie, dass die Familie Dulcken tatsächlich über die Rechte verfügt, die sie für sich beansprucht. Susanne Dulcken hat erklärt, dass die von ihr hergestellten Cembalos die besten sind, die in den Niederlanden hergestellt werden, und dass sie bei den meisten Konzerten zum Einsatz kommen. Trotz dieser negativen Reaktion beschließen sie, das Haus und das Unternehmen in Hopland zu verkaufen und nach Brüssel zu ziehen. Inzwischen hat die älteste Tochter, Joanna Henriëtta Dulcken, Johann Hermann Faber einen bekannten Maler, geheiratet. In Brüssel laufen die Geschäfte nicht wie gewünscht. Es wird zu wenig verkauft, sodass sich im Laden immer mehr Instrumente ansammeln. Susanne Dulcken beschließt, Instrumente in den Städten rund um Brüssel zu verkaufen, und beantragt daher eine Befreiung von den lokalen Steuern, damit sie „nicht in Brotnot gerät“. Tatsächlich erhält sie von den Ständen von Brabant die Erlaubnis, ihre Instrumente in Antwerpen, Leuven und den umliegenden Orten verkaufen zu dürfen.



Insolvenz - Hasselt - Epe - Heerde

Leider bringt der Handel in Brabant ebenfalls zu wenig ein. Zwischen 1765 und 1768 geht es bergab, und schließlich wird beschlossen, das Unternehmen aufzulösen. Joannes finden wir 1771 in Amsterdam wieder, und Susanna zieht nach Hasselt (Overijssel), wo ihr ältester Sohn Johannes Lodewijk ein Geschäft betreibt. Susanne tritt im August 1769 der Reformierten Kirche in Hasselt bei und zieht zu ihrem Sohn in ein stattliches Herrenhaus in der Nieuwstraat. Als ihr Sohn mit seiner Familie 1776 nach Antwerpen zieht, bleibt sie in einem kleinen Miethäuschen zurück. Als sie die Diakonie um Unterstützung bittet, wird sie als unerwünschte Ausländerin aus der Stadt ausgewiesen und zieht am 18. April 1778 nach Epe. 1784 zieht sie nach Heerde, wo sie am 12. Juni 1789 stirbt.

1.
Heirat von Conrad Knöpfel und Regina Magdalena Dirx am 29. April 1695 (KB 149/1, S. 255);
  2.
Taufe von Dietrich Conrad Knöpffel am 9. Februar 1696 (KB 149/1, S. 105);
  3.
Taufe von Maria Sophia Christiana Knöpfel am 9. November 1697 (KB 149/1, S. 116);
  4.
Taufe von Anna Margaretha Elisabeth Knöpffel am 24. September 1699 (KB 149/1, S. 125);
  5.
Taufe der am 18. April 1701 geborenen Anna Getrud Henriette Knöpfel (KB 149/1, S. 130);
  6.
Taufe von Johann Christian Ludwig Knöpffel am 21. Juni 1703 (KB 149/1, S. 137);
  7.
Taufe von Johann Henrich Werner Knöpffel am 23. Dezember 1704 (KB 149/1, S. 142);
  8.
Taufe der am 16. Mai 1709 geborenen Anna Christina Dorothea Knöpfel (KB 149/1, S. 158);
  9.
Taufe der am 28. Februar 1711 geborenen Maria Elisabeth Knöpffel (KB 149/1, S. 162);
  10.
Taufe von Johann Ludwig Knöpffel am 29. Dezember 1712 (KB 149/1, S. 168);
  11.
Taufe des am 22. November 1714 geborenen Johann Wollrath Knöpfel (KB 149/1, S. 177).



Horemans&Horemans


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signed and dated lower left: J Horemans 1764 on the floor
 Pantalone & scapino

Pantalone & Scapino
Left - The Smoking Gun: Pantalone Invades the Salon


Harpsichords and Harlequins: Commedia dell’arte and the Migration of the Dulcken Family (1764)


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signed and dated lower left: J Horemans 1764 on the floor

The Dulcken family and the Protestant Church in Brussels